Autolack

Historische Entwicklung der Autolackierung – um 1900

Ende des letzten Jahrhunderts änderte die Erfindung des Automobils die Lebensbedingungen und Organisationsformen der Gesellschaft grundlegend. Pioniere der Automobilindustrie wie Carl Benz und Gottlieb Daimler visionierten eine mobile, motorisierte Gesellschaft und schafften die Basis, um diese Vision Realität werden zu lassen. Die wachsende Popularität von Autos veränderte natürlich auch die Produktionsbedingungen. Das Auto wurde zum Massenprodukt, mit immer effizienteren, schnelleren und kostengünstigeren Herstellungsmethoden

In dieser Etappe des letzten Jahrhunderts entwickelte sich natürlich auch die Autolackierung. Dabei ging es in erster Linie um die Lackierung von neu produzierten Fahrzeugen, aber auch um die Lackierung nach einer Reparatur. In der Anfangszeit unterschied sich die Erstlackierung allerdings überhaupt nicht von der Ersatzteillackierung. Erst die Fließbandproduktion veränderte die Bedingungen und damit auch die Anforderungen an verschiedene Lackierungstechniken. Heutzutage laufen Lackierungen ob Serien-, Reparatur- oder Umlackierungen unter völlig unterschiedlichen Bedingungen und mit unterschiedlichen Lacktypen ab.

Beginn der Entwicklung von Autolacken

Schaut man sich die ersten Automobile und ihre Lackierung an, so darf man sich nicht vom Aussehen der Oldtimer, die heutzutage in den Museen stehen, täuschen lassen. Hier handelt es sich schließlich häufig um restaurierte Fahrzeuge oder um Nachbauten. In diesen Fällen entspricht die Lackierung natürlich den heutigen technischen Möglichkeiten und Ansprüchen.

In der Vergangenheit wurden die ersten Autos jedoch noch stückweise per Hand gefertigt. Die Lackierung erfolgte in der Regel mit einem mittels Pinsel oder es wurde  ganz darauf verzichtet.  Auf das erste Automobil, der Benz-Patent-Motorwagen, wurde einfach eine Art “Schusterpech” aufgetragen, welches vor Korrosion schützen sollte.

Die ersten Produkte für die Autolackierung

In den Anfängen der Autolackierung standen grundsätzlich lediglich zwei Produkte als Lack zur Verfügung. Zum einen gab es Öllacke, welche auf Leinöl basierten, zum anderen Bernsteinlacke, die sehr teuer in der Herstellung waren, da sie aus verflüssigtem Bernsteinharz gewonnen wurden und daher auch besondere Qualitäten mitbrachten.

Zu Beginn der Lackier-Geschichte stellten die Lackierer ihre Farben noch selbst her. Die Produktion erfolgte häufig manuell unter Einsatz von Farbmühlen, die mit der Hand betrieben wurden. Der Farbton der Lacke war allerdings eher ein Zufallstreffer, da die Lacke immer wieder frisch angerührt werden mussten. Das Vermischen der Pigmente mit Bindemittel in der passenden Konzentration ergab eher Zufallsprodukte.

Lackherstellung – der Zufallsgenerator

Eine genaue Nuancierung war also nicht möglich, so dass Autokäufer nur entscheiden konnten, ob das Auto Schwarz, Blau, Grün, Marron, Rot oder Beige lackiert werden sollte. Alle Farben hatten in diesen Tagen einen relativ erdigen Grundton, da es nur Mineralfarben mit anorganischen Pigmenten gab.

Mit diesen Lacken wurden dann die aus Eisenträgern gearbeiteten Fahrgestelle, die aus Holz gefertigten Karosserien und die aus Stahlblechen hergestellten Motorhauben beschichtet. Die Oberflächen der Bauteile mussten vor der Lackierung in mühevoller Kleinarbeit geglättet werden, da die Blechteile von Hand oder mit mechanischen Hämmern gefertigt wurden. Für die Autolackierung wurden so mehrere Spachtelgänge und einige Zwischenanstriche erforderlich. Für eine komplette Lackierung eines Autos zogen so schnell zwischen vier und acht Wochen Arbeitszeit ins Land.